Klara von Assisi, eine starke und selbstbewusste Frau, welche seit Kindheit wusste, dass sie den spirituellen Weg gehen will. Sie widersetzte sich ihren reichen Eltern und entschied sich, inspiriert von Franz von Assisi, für den Weg der konsequenten Armut. Sie behauptete sich gegen die von Männern dominierte Kirchenmacht, gründete den Klarissenorden und erhielt nur zwei Tage von ihrem Tod die Bestätigung der von ihr gewünschten Lebensweise.

Klara von Assisi (1193-1253)
Klara von Assisi war die älteste Tochter des adeligen Ritters Favarone di Offreduccio und seiner Gattin. In ihrer Jugend erhielt sie eine standesgemäße Ausbildung - schließlich sollte sie später einem reichen Ehemann eine gute Gattin sein. Sie lernte, wie es im 13. Jahrhundert üblich war, hausfrauliche Fertigkeiten und die lateinische Sprache. Alles war vorbereitet, um den üblichen Lebensweg einer jungen adligen Dame zu gehen. Doch Klara machte allen einen Strich durch die Rechnung.
Schon als Kind fühlte sich Klara den Armen verpflichtet: Bei den Mahlzeiten stellte sie unbemerkt Speisen zur Seite, um sie heimlich Bedürftigen zukommen zu lassen. Das Ansinnen ihrer Eltern und Verwandten, sie vorteilhaft zu verheiraten, schlug sie aber mehrmals mit aller Entschiedenheit aus. Im Jugendalter fiel sie durch Klugheit und gutes Aussehen auf.

Klara trifft Franz von Assisi
Sie hatte einer Predigt Franz von Assisis im Dom gelauscht. Franziskus hatte eine Buß- und Armutsbewegung gegründet, der sich schon zahlreiche Jugendliche angeschlossen hatten. Klara war so von diesem Mann und seiner Predigt fasziniert, dass sie ebenfalls in Armut leben wollte. Ihr Entschluss stand fest. Bestärkt von Franz von Assisi und dem Bischof, beschloss sie bei Nacht und Nebel zu fliehen - ihre Eltern hätten ihren Wunsch nie gebilligt.
In der Nacht von Palmsonntag auf Karmontag des Jahres 1211 verließ sie heimlich das Elternhaus und begab sich zur Porziuncolakapelle. Dort schnitt Franziskus ihr feierlich die Haare ab und übergab ihr das grobe Bußgewand mit Gürtel und Schleier. Klara legte das Gelübde von Armut, Keuschheit und Gehorsam ab.

Klara wird Nonne
Zunächst versteckte sie sich bei den Nonnen des Benediktinerklosters von San Paolo bei Bastia. Auch ihre Schwester Agnese folgte ihr ins Kloster. Um ihre Töchter aus dem Kloster zu holen, drohte die Familie den Nonnen mit Gewalt. So flohen die beiden Frauen weiter zum Kloster SantAngelo di Panso. Es dauerte bis Ende April, bis die Eltern die Entscheidung ihrer Töchter endgültig akzeptierten. Klara konnte sich endlich in San Damiano niederlassen.

Der Klarissenorden
Hier, in San Damiano, entstand nach und nach das erste franziskanische Frauenkloster. Klara predigte und lebte ein Leben in Askese, also vollkommen enthaltsam. Wichtigstes Gebot des Ordens war die höchste Armut. Das bedeutete, die Nonnen nahmen keinen Besitz an und waren dadurch nicht gezwungen, einem weltlichen Herren zu dienen. Eine Haltung, die im Mittelalter wirklich revolutionär war. Ihr Leben widmete Klara der Verkündigung des Evangeliums. Immer mehr Frauen schlossen sich dem Orden an; so traten auch Klaras Schwester Beatrice und ihre Mutter bei. Der Orden hatte immer mehr Zulauf  und immer wieder drangen Nachrichten von Wundern und Heilungen aus dem Kloster.

Die Rettung Assisis
Als im September 1240 die Soldaten Kaiser Friedrich II. die Stadt Assisi plündern wollten, stellte sich Klara der Legende nach den Angreifern in den Weg. Betend hielt sie ihnen die Monstranz, (das geweihte Behältnis der Hostie) entgegen und rettete so Assisi und ihr Kloster vor der Verwüstung.

Krankheit und Tod
Ab 1224 war Klara oft krank und konnte kaum das Bett verlassen. Dies lag vor allem auch an der vollkommen enthaltsamen Lebensweise, die sie körperlich sehr schwächte. Doch während ihr Körper immer wieder den Dienst versagte, ihr Geist war sehr rege und Klara kümmerte sich weiterhin um ihren Orden und schrieb zahlreiche Briefe. Bis zu ihrem Tod kämpfte sie um die kirchliche Anerkennung ihrer Lebensform, um das "Privileg der Armut". Der Papst Innozenz IV bestätigte ihr diese Regel nur zwei Tage vor ihrem Tod. Am 11. August 1253 starb Klara nach langer Krankheit. Nur zwei Jahre später wurde sie heiliggesprochen.

Klara als Heilige und Patronin
Klara ist die Schutzheilige von Assisi, aber auch der Wäscherinnen, Stickerinnen, Glaser, Glasmaler und Vergolder. Sie wird angerufen bei Fieber, Augenleiden und Geburtsproblemen. Aufgrund ihrer Visionen machte sie Papst Pius XII 1958 zur Patronin des Fernsehens
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Dargestellt wird Klara als Heilige mit ganz speziellen "Beigaben", etwa mit einem Buch, das auf die Ordensregeln verweisen soll, mit einer Lilie, einem Kreuz, mit einem Einhorn, Palmwedel, oder einer Monstranz, die auf die legendhafte Rettung Assisis deutet.